Sonntag, 13. November 2011

Herbstler

Eine Regentonne mit Riss, die das Wasser nicht halten kann.
Große Sonnenblumen, verwelkt, die noch wochenlang stehn wie verkohlt.
Pappkartons, durchgeweicht, von den Enten in Stücke gerissen.

Kalte Gummistiefel, kalt, kalt.

Unter dem Dachfirst sortiere ich Äpfel.
Satteres Gelbrot, vollerer Duft.
Schwarze dazwischen, mit schimmligen Stellen.
Reif nur noch für den Kompost.

Vor acht Wochen sahn alle noch schön aus,
als ich sie vorsichtig auf Zeitung legte.

Morgens Reif auf dem schiefen Schuppen.
Fahrt zur Arbeit, wie wochentags immer.
Menschen quetschen sich in die Bahn.
Wer hier ohnmächtig wird, bleibt stehen.

Niemandem von uns ist anzusehen,
wer in acht Wochen aussortiert sein wird.

Blätter des Apfelbaums, auf dem Kompost:
Riecht die Botschaft des Schnellkomposters.
Ich brauche Humus, zum Düngen, im Frühjahr.

Blätter des Schreibblocks, auf der Kommode:
Spürt die Botschaft des Kugelschreibers.
Ich brauch Humor, damit ich das Frühjahr erreiche.